Pichis

Einheimische Gesundheitshelfer, vom FKI über viele Jahre hinweg aus- und weitergebildet, behandeln ihre Landsleute und kümmern sich um vorbeugende Maßnahmen zur Gesunderhaltung.

Viele Siedler sind in das früher von Ashaninca- Indianern bewohnte Gebiet am Rio Pichis im peruanischen Amazonas-Tiefland eingedrungen. Früher waren die Ashanincas als halbnomadisierende Sammler, Jäger und Fischer durch ihr Land gezogen. Jetzt müssen sie sich zu Gemeinden zusammenschließen, wenn sie wenigstens einen Teil ihres Lebensraumes bewahren wollen. Als Jäger und Sammler kann kein Indianer mehr überleben.

FlussüberquerungWährend früher das Gebiet nur über den Fluss zu erreichen war, gibt es jetzt den Zugang über die "Marginal", eine Strasse quer durch den Wald mit teilweise abenteuerlichen Brücken bzw. Fluss-überquerungen (siehe Video).

Schon seit 1972 begleitet der FKI die Ashanincas bei der Gründung von Dorfgemeinschaften, vor allem beim Aufbau einer sozialmedizinischen Selbstversorgung durch die Ausbildung und Supervision einheimischer Gesundheitshelfer (=Barfußärzte). Diese Hilfe zur Selbsthilfe hat sich im Lauf der Jahre so weit stabilisiert, dass die Gesundheitshelfer nun in eigener Regie die medizinische Versorgung ihrer Gemeindemitglieder wahrnehmen können. Seit 1991 haben wir in diesen beiden Gebieten nur noch einheimische Mitarbeiter.


Der FKI gibt die notwendigen finanziellen Zuschüsse für Logistik und besonders teure Medikamente. Er organisiert jährliche Fortbildungskurse für die Promotoren, an denen auch die Lehrer teilnehmen. Die schulische Ausbildung der Kinder wird durch Einstellung und Bezahlung von zweisprachigen Lehrern angeschoben und unterstützt. Durch einen Vertrag mit den Gesundheits- und Erziehungsbehörden stehen auch die staatlichen Institutionen in der Pflicht. Die Promotoren und die Lehrer haben einen Verein gegründet: ACSE (*A*gentes *c*omunitarios de *S*alud y *E*ducation). Inzwischen unterstützen und besuchen wir nicht nur die Gemeinden am Rio Pichis, sondern fahren auch die Nebenflüsse (Rio Anacayali, Shirarine, Chiminari, Nazarategui) hoch, da die dort weitabgelegenen Gemeinden um Unterstützung in Gesundheit und Erziehung bitten. Dadurch konnte bislang das Überleben der Ashanincas gesichert und ihre Selbstachtung und kulturelle Identität gestärkt werden. 


Anekdote

Biss einer Vampirfledermaus. Einzelne Bisse stellen kein Problem dar. Aufgrund der blutgerinnungshem-menden Wirkung des Fledermaus-speichels, können mehrere Bisse bei Kleinkindern aber durchaus bedrohlich werden - bis hin zur Lebensgefahr. Höher ist allerdings die Gefahr der Ansteckung mit der Tollwut, die von den Flugsäugern übertragen wird.

(Der Junge im Bild hat es jedoch ohne große Nachwirkungen gut überstanden.)