31.12.2016

Jahresbericht 2015

                   

                                                                       Bürgermeister-Schmidt-Str. 25, 51399 Burscheid

 

Jahresbericht 2015 der Vereins Freundeskreis Indianerhilfe e.V. (FKI)

 

Der Verein Freundeskreis Indianerhilfe e.V. gewährt indigenen Völkern in Ländern Lateinamerikas in langfristig angelegten Projekten Hilfe zur Selbsthilfe.

In Deutschland ist der Freundeskreis als gemeinnütziger Verein anerkannt. Die Vereinsarbeit ist konform mit den entsprechenden rechtlichen Vorgaben, die satzungsgemäß festgelegt sind. Zweckbestimmung des Vereins sind „..... die Sensibilisierung des öffentlichen Bewusstseins für die Situation indigener Bevölkerungsgruppen in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie die Unterstützung dieser Gruppen durch

a) medizinische, ärztlich-soziale, landwirtschaftliche, handwerkliche und Gemeinschafts- sowie Bildungsstrukturen fördernde Maßnahmen vor Ort,
b) Vorbereitung, Entsendung und Betreuung von (Entwicklungs-) Helfern für die genannten Maßnahmen,
c) Bereitstellung finanzieller Mittel, auch über „NON-PROFIT“-Trägerorganisationen im Empfängerland zur Durchführung der genannten Maßnahmen.“

Die wichtigsten Strukturelemente des Freundeskreis Indianerhilfe e.V. sind der gemeinnützige Verein in Deutschland und die Projekte in Lateinamerika - zur Zeit primär ein Projekt am Rio Chambira im Amazonasgebiet von Peru, das nur nach 2tägiger Reise vornehmlich per Boot von Iquitos aus, der Hauptstadt der Provinz Loreto, zu erreichen ist.

Alle Aktivitäten des Vereins werden entscheidend ermöglicht durch die finanziellen Zuwendungen seitens der Mitglieder, Spender oder anderer Geber,  den ehrenamtlichen Einsatz von Mitgliedern – nicht zuletzt in der Führung der Geschäfte - sowie dem Engagement des deutschen und regionalen/lokalen Personals.

Dieser Bericht gibt einen kurzen Überblick über die Arbeit des Freundeskreises Indianerhilfe e.V. im Jahresablauf. Was thematisch in diesem Jahresbericht nur angeschnitten wurde, findet sich detailliert und anschaulich in den Mitteilungen des Jahres 2015, die jeweils eine Auflage von 500 Exemplaren haben. Die Mitteilungen wurden den Vereinsmitgliedern und Spendern per Post zugesandt. Sie können auch auf den Webseiten des Freundeskreises gelesen werden oder von dort heruntergeladen. Dort sind übrigens alle Mitteilungen seit dem Jahr 2000 verfügbar(http://www.indianerhilfe.de/6/Mitteilungen.htm).

 

Der Verein Freundeskreises Indianerhilfe e.V. im Inland

Höchstes Entscheidungs- und Aufsichtsorgan des Vereins ist die Mitgliederversammlung, die mindestens einmal im Jahr zusammenkommt (Jahreshauptversammlung). Die Jahreshauptversammlung 2015 fand am 9.5.2015 in Leverkusen statt. Anwesend waren insgesamt 15 Mitglieder (darunter 7 Vorstandsmitglieder) und 3 Gäste. Die Zahl der Mitglieder hat in 2015 um knapp 8% auf 339 (sind stimmberechtigt) abgenommen.

Die bildunterstützte narrative Berichterstattung von Vorstandsmitgliedern informierte in der Jahreshauptversammlung die anwesenden Mitglieder des Vereins sowie weitere Interessenten. Die Berichte waren Basis der Diskussion der Arbeit des Vereins und ihrer Ergebnisse. Ein Finanzbericht über das Rechnungsjahr und ein Statement der Revisoren zur Korrektheit des Rechnungswesens im Geschäftsjahr 2014 schlossen den informativen Teil der Jahreshauptversammlung ab (s. unten und die Links am Ende dieses Berichts).

Mit einstimmigem Votum entlastete die Mitgliederversammlung die Geschäftsführung anschließend und bestellte danach wie in jedem Jahr unabhängige Prüfer aus ihrer Mitte zur internen Revision für das laufende Geschäftsjahr. Für 2015 wurde Dr. Bert Bruchhäuser einstimmig zum Kassenprüfer gewählt und nahm die Wahl an.

Auch wenn die Mitgliederversammlung ein wichtiger Ort ist zur umfassenden Information der Mitglieder über die satzungsgemäße Arbeit des Vereins, bei der jeder die Möglichkeit hat zu kritischer Nachfrage und Beurteilung, so reicht dies nicht aus, um möglichst viele Mitglieder zu erreichen, denn nur ein relativ geringer Prozentsatz der Mitglieder des Vereins sind bei Mitgliederversammlungen auch anwesend, was letztlich auch nicht unwesentlich eine Folge der Streuung der Mitgliedschaften über ganz Deutschland (primär Westdeutschland) ist.

Daher sind vor allem die ‚Mitteilungen’ des Vereins eine wichtige Informationsquelle für die Vereinsmitglieder. In 2015 wurden zwei Hefte herausgegeben und zwar im Juni respektive Dezember mit zusammen 75 Seiten. Sie sind für die Mitglieder äußerst anschaulich dank der Unmittelbarkeit der bebilderten Berichterstattung von Projektmitarbeitern, Supervisoren und Projektbesuchern – im Gegensatz zu dem vorliegenden Jahresbericht.

Der Vereinsvorstand ist geschäftsführend. Die Tätigkeit der Vorstandsmitglieder ist ehrenamtlich. Die Mitglieder des Vorstands werden auf der Webseite des Vereins vorgestellt http://www.indianerhilfe.de/2-10/Vorstand.htm). Namentlich sind es Dr. med. Bernhard Rappert (geschäftsführender Vorstand), Maria Andrade de Schultze (ehem. Projektleiterin Rio Pachitea), Dr. Werner Fleck (verantwortl. für Rio Pichis, Peru), Prof. Dr. Dr. h.c. Ina Rösing (Kleinprojekte Bolivien), Dr. Andreas Langeheinecke (verantwortl. f. Rio Chambira, Peru), Nikolai Plößer (Personalreferent), Hans Hermann Schneider (Schriftführer), Peter Riehl (Öffentlichkeitsarbeit) und Albrecht Trautmann, der nach Abstimmung in der Jahreshauptversammlung die Nachfolge von Katarina Zacharias als Schatzmeister des FKI antrat. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt und nahmen die Wahl an.. Der Vorstand beschließt über Projekte und Einzelmaßnahmen sowie die finanzielle Mittelverwendung, ist verantwortlich für das Monitoring und die Bewertung der Ergebnisse von Projekten und Einzelmaßnahmen. Die 9 Vorstandsmitglieder tagen regelhaft 3-mal im Jahr. Neben der Jahreshauptversammlung am 9. Mai 2015 gab es noch 3 Vorstandssitzungen, davon eine unmittelbar vor der Jahreshauptversammlung. Die übrigen beiden Sitzungen fanden im März (21.3.) und im Oktober (10.10.) in Frankfurt am Main statt. Die für die jeweiligen Projekte und Maßnahmen zuständigen Vorstandsmitglieder unternehmen jährlich Supervisionsreisen nach Peru.

Leverkusen, der Arbeitsort des Vereinsvorsitzenden Dr. Rappert, war bis Ende 2015 Vereinssitz. Der Verein unterhielt dort ein Büro mit Sekretariat und Buchhaltung, das an 4 Vormittagen die Woche durch die Verwaltungsfachkraft Frauke Stachulla besetzt war.

Gegen Jahresende 2015 wurde der Umzug des Vereinssitzes in die frühere Villa ’Ambiente’ nach Burscheid vorbereitet, der für Januar 2016 vorgesehen war. Unter Federführung des FKI und in Zusammenarbeit mit der Stadt Burscheid, den Kirchengemeinden und der Flüchtlingshilfe Burscheid und Mitbürgern Burscheids ist ein Begegnungs-Cafe geplant, in dem auch die Arbeit der Indianerhilfe permanent öffentlichkeitswirksam dargestellt wird.

Grundsätzlich notwendig und daher auch sehr geschätzt wird die gelegentliche ehrenamtliche Mitarbeit von Mitgliedern außerhalb des Vorstandes. Sie wird nicht quantitativ erfasst, dürfte in der Größenordung aber die Arbeitszeit eines Vollzeitmitarbeiters erreicht haben.

Seit Herbst 2015 hat der FKI in Peru einen Repräsentanten, der den Freundeskreis Indianerhilfe e.V. auch in rechtlichen Angelegenheiten vertreten darf.

Zur ENIEX Beantragung gab es auch 2015 Bemühungen mit dem Ziel, den Vorstandsbeschluss vom 22. Juni 2013 umzusetzen, wonach in Peru zur Steigerung der Effektivität der Arbeit des FKI seine Anerkennung als ‚Organisation internationaler Kooperation nach peruanischem Recht’ erlangt werden soll (Einschreibung in das „Registro de Entidades e Instituciones de Cooperación Técnica – ENIEX“ bei der „Agencia Peruana de Cooperación Internacional – APCI“ der peruanischen Regierung). Die Registrierung bei der Peruanischen Agentur für Internationale Kooperation als ENIEX ermöglicht es dem FKI wie eine nationale gemeinnützige Nichtregierungsorganisation zu agieren. Die Anerkennung wird schließlich für 2016 erwartet.

 

Projektarbeit 2015 in Peru

Aktuell nimmt das Projekt bei den indigenen Urarinas am Rio Chambira die verfügbaren Ressourcen des FKI fast vollständig in Anspruch.

Die inhaltliche Durchführung unserer Projekte geschieht immer mit einheimischen Partnerinstitutionen oder –organisationen. Am Rio Chambira ist es die regionale Gliederung des Gesundheitsministeriums in Peru (Direccion Regional de Salud (DiReSa)), mit der der FKI in partnerschaftlicher Zusammenarbeit verbunden ist, sowie die betroffenen überwiegend indianischen Gemeinden.

Wesentlich für den Projekterfolg ist die enge Zusammenarbeit mit der peruanischen NGO ABC (Agencia Binacional de Cooperación Peruano-Alemana). Zur Entlastung und Unterstützung der entsandten Mitarbeiter des FKI wirkte auch ’Ecco Amazonia’, eine peruanische NGO, die Dienstleistungen im Bereich der Finanzadministration erbrachte, und u.a. die beleghafte Dokumentation der finanziellen Mittelverwendung in Peru fertig stellte.

Das Projekt am Chambira ist von Anbeginn 1998 ein Basisgesundheitsprojekt gewesen, das sich im Laufe der Jahre auch Bildungsaufgaben wie bilingualer Schulbildung und Kindergartenerziehung sowie der Ernährungsverbesserung zugewandt hat. Doch zentral ist die Kleinklinik Tucunare als Ausgangspunkt für die Ausbildung und nachhaltige Betreuung von Basisgesundheitspromotoren aus den indigenen Siedlungen, die bis zu drei Tagesreisen mit dem Boot entfernt von der Klinik liegen. Von Anfang an konnte der FKI internationale Ärzte an den Chambira vermitteln und ihre Arbeit begleiten.

War das Basisgesundheitsprojekt mit der Klinik bei den Urarinas bisher die einzige Einrichtung für Gesundheitsversorgung (natürlich mit staatlicher Duldung), so zeichnete sich doch ab, dass der Staat in Zukunft auch selbst mehr Verantwortung übernehmen will in abgelegenen Regionen mit indigener Bevölkerung und geringer Bevölkerungsdichte. So konnte 2015 die Zusammenarbeit mit dem peruanischen Gesundheitssystem weiter intensiviert werden. Die Klinik ist seit Jahresende selbst als Teil dieser Strukturen registriert und profitiert von materiellen Zuwendungen des Staates in Form von kostenlosen Medikamenten, Impfstoffen und Benzin (für den Bootsbetrieb). Eine Krankenschwester im Lohn des Gesundheitsministeriums wurde der Klinik zugewiesen sowie eine Verwaltungskraft speziell für die Datenverarbeitung, um den gestiegenen bürokratischen Anforderungen bei der Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium genügen zu können.

Im Bereich der Ausbildung von Gesundheitspromotoren muss darauf geachtet werden, dass junge Leute nachkommen, damit keine Überalterung eintritt. Auch müssen Frauen als Promotorinnen gewonnen und ausgebildet werden – ein Vorhaben, das wegen traditioneller Verhaltensweisen noch Hindernissen überwinden muss. Doch sollte es gelingen, denn unsere Mitarbeiter an der Klinik und das gesamte Projekt haben sich die volle Achtung und das Vertrauen der Indigenen erworben und es besteht eine Nachfrage für die Einführung einer Mutter/Kind Gesundheitskomponente im Basisgesundheitsprojekt. Überlegungen zu ihrer Einführung werden angestellt.

Probleme machte 2015 die Kühlkette für Medikamente und Impfstoffe, da die Solarstromversorgung wegen eines technischen Defekts unterbrochen wurde. Nach größeren Verlusten wurde ein Kühlgerät angeschafft, das auch bei Stromausfällen noch längerfristig kühlt.

Fortgeführt wurden kleinere Pflanzprojekte für Fruchtbäume zur Ernährungsverbesserung. Setzlinge von Orangen, Pampelmusen, Zitronen- und Mangobäumen wurden beschafft, an der Klinik und im nahen Umfeld an Einheimische verteilt und unter Anleitung gepflanzt. Gestartet wurde auch ein Projekt der Hühnerhaltung mit der einheimischen Rasse an der Klinik, sowie der dazugehörige Futterbau. So sollen die praktischen Möglichkeiten erarbeitet werden, um letztlich eine wirtschaftliche Hühnerhaltung zur Verbesserung der Eiweißversorgung bei der indigenen Bevölkerung einzuführen.

Die Intensivierung der Projektarbeit in den Bereichen der Ernährungssicherung und der Integration von Urarina-Frauen in Kleinprojekte soll in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Die Förderung des Projektes am Rio Pichis ist faktisch zu Ende gegangen. 1972 startete die Arbeit mit den Indigenen am Rio Pichis. Anfangs ging es um die medizinische Basisversorgung mit Gesundheits-Promotoren, 1992 kam die Unterstützung für bilingual arbeitende Kleinschulen hinzu, die als Privatschulen begannen und mittlerweile die staatliche Anerkennung erhielten. Die Lehrer sind ausgebildet und wurden vom Staat übernommen. Auch die noch eine Weile fortgeführte Finanzierung von Lehrkräften durch den FKI ist nun beendet. Im Gesundheitsbereich wurde die basismedizinische Versorgung vom Staat übernommen.  Die Mission des FKI ist praktisch erfüllt. Zur ACSE, der Promotorenvereinigung am Rio Pichis, hervorgegangen aus dem ehemaligen Basisgesundheitsprojekt, besteht jedoch noch Verbindung. Der FKI förderte gelegentlich Trainingsmaßnahmen der Vereinigung zu gesundheitsrelevanten Themen. Eine regelmäßige finanzielle Unterstützung findet nicht mehr statt.

Anlässlich von Supervisionen wurde jedoch festgestellt, dass am Rio Pichis wertvolle Holzarten wegen Raubbaus praktisch ausgerottet sind. Auch manche Fischarten, die als gute Speisefische angesehen wurden, scheinen ausgestorben zu sein. Diese Fakten führten zu Überlegungen zu weiteren Interventionen am Rio Pichis.

Detaillierte Berichte (Projektberichte und Supervisionsberichte) zu den Projekten sind der Internetseite und den Mitteilungen zu entnehmen, die, wie oben erwähnt, an alle Mitglieder versandt werden und auch über das Internet allen Interessierten zur Verfügung stehen. Supervisionsreisen wurden durchgeführt von Dr. Werner Fleck zum Rio Pichis und zum Rio Chambira März/April 2015 (s. Supervisionsbericht im Juniheft 2015 der Mitteilungen, S.15 ff.) und von Dr. Bernhard Rappert Mai/Juni 2015 (s. Supervisionsbericht im Dezemberheft 2015 der Mitteilungen, S.14 ff.)

 

Das Projekt-Team in Peru

In den Projekten hauptamtlich beschäftigt waren bis Mai des Jahres die beiden Mitarbeiter Ärztin Rozanne de Groot und ihr Partner Luis Nunez del Prado, der die vielfältigen Herausforderungen in Administration und Logistik zu bewältigen hatte (beide schon seit Anfang 2013). Ende 2014 sollte eigentlich eine Ärztin aus der Dominikanischen Republik, Dr. Fiita Romero, mit langer Krankenhausarbeitserfahrung in Deutschland die Ärztin Rozanne de Groot ablösen. Noch bevor sie jedoch die Arbeit richtig beginnen konnte, fiel sie für einige Monate wegen eines Unfalls aus. Das Team am Ort war zum Glück bereit weiterzuarbeiten, bis Dr. Romero wieder arbeitsfähig war. Frau Dr. Romero hatte sich bis Ende des Jahres 2016 verpflichtet das Projekt am Chambira ärztlich zu betreuen. Als Lateinamerikanerin entwickelte sie rasch beste Kontakte zur regionalen Gesundheitsbehörde (DiReSa) und beschleunigte die vertragliche Bindung des Projekts an diese Institution.

Praktisch als Nachfolger von Luis Nunez del Prado wurde die einheimische Fachkraft, der Zootechniker Alexander Jara Benavides, eingestellt. Ursprünglich als Adjutant für Dr. Romero und für die Instandhaltung der Projektinfrastruktur eingeplant, hat er sich auch bei der Initiierung und Durchführung der Kleinprojekte im Agrarbereich bewährt.

Zum medizinischen Personal gehörten noch eine Krankenschwester (Leidi Navarro Caballo), die vom peruanischen Staat bezahlt wurde, ein Krankenpfleger vom Rio Pichis und die Dolmetscherin und medizinische Hilfskraft Elsa – eine Urarina mit sehr guten Spanischkenntnissen, die mittlerweile auch gut mit moderner Medizintechnik umgehen kann.

Außerdem arbeiteten drei „Motoristen“ bzw. Bootsführer für das Projekt, die auch viele handwerkliche Tätigkeiten übernahmen vom Hausbau bis zum „Fumigieren“ in den Urarina-Siedlungen ((Besprühen der Häuser mit pflanzlichen Insektiziden zum Schutz vor dem Überträger der Malaria, der Anopheles-Mücke). Weiteres lokales Personal wird bei Bedarf für die Wartung und Reparatur von Häusern und Geräten (Motoren, Boote, Maschinen) hinzugezogen.

Im per Boot 3 Tagesreisen von der Klinik entfernten Iquitos befand und befindet sich noch unser kleines Gästehaus und Büro, geführt von Paulina Yance. Sie verwaltete die Finanzen und hielt Verbindung zu den staatlichen Behörden. Mit unserem Team am Chambira war sie via Satellit per Telefon und Internet verbunden. Ergänzt wurde das Team noch  durch die Angestellten des Kindergartens „Albert Schweitzer Tucunaré“.

Gelegentliche Unterstützung erhielt das permanente Team am Chambira durch Jungmediziner aus Europa, deren Aufenthalt mindestens drei Monate dauern sollte. Sie mussten über gute Spanischkenntnisse verfügen. Die Kurzeinsatzmediziner waren sehr hilfreich für Brigaden und für die Bewältigung der immer umfangreicher werdenden Bürokratie. Wichtig war das Einverständnis des Stammteams mit dem jeweiligen Einsatz.

 

Werbeformen

Der Freundeskreis Indianerhilfe e.V. ist mit einer umfangreichen Webseite im Internet vertreten (www.indianerhilfe.de). Außerdem unterhält er eine Seite auf Facebook.

Die zweimal im Jahr erschienen Mitteilungen, die primär an die Mitglieder versandt wurden, stellen ein wesentliches Band zwischen Mitgliedern und Projektarbeit her. Aus der Gruppe der Mitglieder kommt auch ein Grossteil der Spendeneinnahmen.

Einzelne Mitglieder – vorzugsweise aus dem Vorstand - haben persönliche Kontakte zu Spendern, die Nichtmitglieder sind, und werben regelmäßig für weitere Spenden u.a. auch durch folgende Initiativen:

Wie in den Vorjahren  wurden in Schulen (Albert-Schweitzer-Schule in Kassel), Kirchen und anderen Einrichtungen (z.Bsp. die jährliche Gala im Audi-Zentrum Leverkusen) und bei lokalen Aktionen für die finanzielle Unterstützung der Arbeit des FKI geworben. Vorträge von Mitgliedern des Vorstands veranschaulichen dabei gleichzeitig die Situation der indigenen Bevölkerung und schaffen ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Hilfe zur Selbsthilfe. Bei solchen Veranstaltungen lagen auch regelmäßig die Mitteilungen des Freundeskreis Indianerhilfe für Interessierte aus.

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Finanzbericht 2015

 

Einnahmen

 

Die Einnahmen aus Beiträgen und Spenden sind gegenüber dem Vorjahr um fast 30.000 € gesunken.

Die Zuwendungen anderer Organisationen beinhalten eine Spende von "Wege zur Einen Welt" über 2.000 € für den neuen Kühlschrank am Chambira und 80 % des Erlöses der Kalenderaktion von "24 gute Taten" aus 2014. Die restlichen 20 % aus dieser Aktion haben wir im Februar 2016 erhalten.

In den Zuwendungen Kirchen ist eine Zuwendung der Diakonie der wallonisch-niederländischen Gemeinde Hanau in Höhe von 1.500 € enthalten sowie der ev. Kirchengemeinde Hamburg über 8.878,19 €. Insgesamt hat der FKI von der ev. Kirchengemeinde Hamburg in 2015 Spenden in Höhe von 15.000 € erhalten. Die Kollekten und Sammlungen der ev. Kirchengemeinde Hamburg sind auf den Konten Spenden - Göttingen und Leverkusen gebucht (dies sind die Girokonten der Commerzbank, auf denen die Gelder eingehen). Ebenso die Weiterleitung von Kollekten der ev. Kirchengemeinden Göttingen, Frankfurt Unterliederbach und Göttingen. Diese Trennung der Spendeneingänge nach Weiterleitung von Kollekten und Kirchenspenden wird vom DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen), dem Institut, von dem der FKI das Spendensiegel erhält, gewünscht.

Für die Einrichtung der neuen Geschäftsstelle in Burscheid hat der FKI von zwei Burscheider Firmen, einer Privatperson und dem Rheinisch-Bergischen-Kreis Zuwendungen in Höhe von 5.500 € erhalten. 2.000 € wurden hiervon in 2015 für die Einrichtung ausgegeben, dieser Betrag ist als Anlage auf dem Konto Büroeinrichtung gebucht und erscheint nicht in der Ein- und Ausgabenrechnung.

Neben dem überragenden Ergebnis der RIPA Aktion der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel, bei der 18.305 € eingenommen wurden, und den Zuwendungen der ev. Kirchengemeinde Hamburg hat der FKI noch einzelne größere Spenden zwischen 3.000 und 6.500 € erhalten.

Außer zwei Spenden für den Kühlschrank in Höhe von 2.500 € gab es weitere Spenden für Einzelprojekte am Chambira:  955 € wurden für Forstmaßnahmen und 5.000 € für Schulbau und Unterrichtsmaterial gespendet.

In 2015 haben 547 Personen und Institutionen gespendet. Die Anzahl der Mitglieder ist weiterhin leicht rückläufig und betrug zum Jahresende 339. Wir konnten aber auch 5 neue Mitglieder und 54 neue Spender registrieren. Eine Aufstellung über die Mitgliederstatistik ist angefügt.

Die sonstigen Erlöse beinhalten die Einnahmen der Charity Veranstaltung im Audi-Zentrum Leverkusen. Das Ergebnis für den FKI betrug im letzten Jahr beachtliche 9.800 €.

 

Ausgaben (Projektkosten)

 

In Bolivien sind keine Kosten entstanden.

Im Projekt am Pichis fielen nur Kosten für den Promotorenkurs im November an.

Im Projekt am Chambira sind die Kosten in der Summe um 56.691 € gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Alleine bei den Sachkosten wurden knapp 41.800 € mehr ausgegeben als in 2014.

Bei den Personalkosten hatten wir durch den Ärztewechsel und Dr. Fiita Romeros Verletzung einige Monate doppelte Gehaltszahlungen. Die Lohnnebenkosten fallen höher aus, da in 2014 geringere Sozialversicherungsbeiträge für Dr. Rozanne de Groots Versicherung in den Niederlanden anfielen.

 

(Weitere Ausgaben)

Die Gehälter in Deutschland fallen durch den Wegfall der Gehaltszahlungen für Albrecht Trautmann geringer aus, ebenso die gesetzl. sozialen Aufwendungen.

Die Reisekosten entsprechen in der Summe dem Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen fallen um 4.800 € höher aus als im Vorjahr.

Bei den Ausgaben für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit konnten 1.365 € eingespart werden.
Die sonst. Gebühren und Abgaben sind um 1.221 € höher als in 2014. Das liegt daran, dass das DZI in 2014 mit der Bearbeitung des Verlängerungsantrages für das Spendensiegel in Verzug war und somit in 2015 die Gebühren für zwei Verlängerungsanträge anfielen.

Die Mieten und Raumkosten sind durch die Anmietung der neuen Räumlichkeiten in Burscheid seit Dezember 2015 gestiegen. Langfristig ist geplant, dass die Mietkosten größtenteils von dem mittlerweile gegründeten Verein Tri-Café e.V. gezahlt werden, der nun auch das Café im Haus betreibt.

In den sonstigen Aktionen u. Aufwendungen sind überwiegend die Kosten für die Charity Veranstaltung im Audi-Zentrum enthalten.

Nach Jahresdepotabstimmung der Commerzbank Leverkusen haben wir bei den Wertpapieren einen nicht realisierten Verlust von 2.369,94 verbucht, dieser muss nach dem Vorsichtsprinzip in der Einnahmen- und Ausgabenrechnung berücksichtigt werden.

Durch die zurückgegangenen Spendeneingänge und die gestiegenen Ausgaben, vor allem im Projekt am Chambira, musste der FKI in 2015 leider ein Defizit von 9.534,85 € verbuchen.

Die in Wertpapiere angelegten Rücklagen betrugen zum Jahresende 150.806,91 €, auf dem Topzins Konto der Commerzbank Leverkusen konnten wir ein Guthaben von 60.139,63 € verzeichnen und auf dem Sparkonto der Commerzbank Leverkusen waren zum 31.12.15 30.160,03 € angelegt.

Die Kassenprüfung für das Jahr 2015 wurde am 14.04.2016 von Herrn Dr. Bruchhäuser ohne Beanstandungen durchgeführt.

Das DZI-Spendensiegel wurde dem FKI erneut für ein weiteres Jahr zuerkannt.

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Zur tabellarischen Darstellung der Einnahmen und Ausgaben des Jahres 2015 und zu dem Bericht des Rechnungsprüfers zum Jahr 2015 führen die nachstehenden Links:

Darstellung der Einnahmen und Ausgaben des Jahres 2015
Bericht des Rechnungsprüfers zum Jahr 2015